Workshop zum Willkommens ABC im Jugendstil- Kinder- und Jugendliteraturzentrum NRW

Zum Bundesweiten Vorlesetag am 20.November 2015 hatte mich das Jugendstil- Kinder- und Jugendliteraturzentrum NRW nach Dortmund zum Biliungalen Vorlesetag eingeladen.

Vorlesetag im Zug

vorlesetag2015

Mein Vorlesekoffer

Da ich eine einstündige Zugfahrt nach Dortmund hatte, dachte ich, ich lese einfach schon mal los. Leider waren um mich herum einige Herren, die sehr ernsthaft auf ihrem Laptop herumtipperten. Da traute ich mich nicht, zu stören. Auf der Rückfahrt allerdings, saß ich zusammen mit einer sehr netten Reisegruppe auf dem Weg nach Australien. Über meinen Koffer kamen wir ins Gespräch über Lesen, Vorlesen und die Leseförderung. Immerhin…

Die Jugendstil Villa

jugendstil

Das Literaturzentrum heißt nicht ohne Grund „Jugendstil“. Die Villa ist wirklich beeindruckend! Zum Vorlesetag fanden hier heute Lesungen in verschiedenen Sprachen statt und ich veranstalte dazu einen Workshop zum Thema „Mit Bildern Sprachgrenzen überwinden“ aufbauend auf dem Willkommens ABC  und dem Projekt Illustratoren für Flüchtlinge.

Untergebracht war ich unter dem Dach in einem Raum, in dem zahlreiche Utensilien, wie lebensgroße selbst gebastelte Puppen, Bücher und ein „Märchenschrank“ (Ein Schrank mit vielen Schubladen in denen sich Gegenstände aus Märchen verbergen, großartig um Geschichten zu erzählen und zu erfinden!) verrieten, dass hier kreativ gearbeitet wird.

Ein Bild braucht keine Sprache – oder doch?

flipchart

Die Gruppen waren aus der vierten Klasse, so konnte ich ein wenig theoretischer werden. „Welche Bilder“, so fragte ich zuerst, „versteht man auf der ganzen Welt?“

Es entstand eine wilde Diskussion mit vielen offenen Fragen: Die Gabel? Moment- In Asien ißt man doch mit Stäbchen- und irgendwo auch mit den Fingern? Aber trotzdem hat doch sicher schon jeder mal eine Gabel gesehen? Oder? Und der Stuhl? Wir einigten uns darauf, dass der, auch wenn man in einigen Ländern auf dem Boden sitzt, weltweit bekannt sein müsste. Und dann – den Mann mit Umhang und Lichtschwert erkannte jeder. Und ja, der ist auch sehr bekannt in sehr vielen Ländern der Erde.

Und wie ist das mit dem Schneemann? Das es nicht überall schneit wussten die Kinder natürlich. Aber wie erklärt man dann, worum es dabei geht? Was könnten wir dazu malen?

schneemann1

Ein Schneemann alleine ist schwer zu verstehen

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So wird klarer: Es ist was, was Kinder machen, es scheint Spaß zu machen, es ist kalt..

Mein eigenes Bildwörterbuch 

Dann wollten die Kinder natürlich selber loslegen. Was ist wichtig für mich? Was möchte ich anderen über mich erzählen? Wie kann jeder mein Bild verstehen? In welcher Sprache male ich eigentlich?

meinbildwoerterbuch

„Mal doch mal ‚Ich male gerne‘ auf Albanisch!“

Unter die Bilder wollten wir dann die Begriffe, wie in einem richtigen Wörterbuch, in verschiedenen Sprachen schreiben. Ich war sehr beeindruckt, wie viele Sprachen die Kinder sprechen konnten- Türkisch, Arabisch, Albanisch, Italienisch, Französisch und Englisch. Gegenseitig halfen sie sich dann, die Begriffe, die sie gemalt hatten, zu übersetzen.

willkommensabc_tuerkei willkommensabc_familie willkommensabc_pommes willkommensabc_woerterbuch

Ich war begeistert, wie unterschiedlich die Bildwörterbücher wurden! Das Malen gab Anlass und Raum zu erzählen, mehr über sich und den anderen zu erfahren und sich gegenseitig ein paar Wörter in einer anderen Sprache beizubringen. Die Zeit ging viel zu schnell herum und auch ich hatte danach eine Menge gelernt.

Ich freue mich schon darauf, diesen Workshop demnächst wieder zu halten. Im Dezember bin ich in einer zweiten und in einer dritten Klasse eingeladen und im neuen Jahr in einer Kita, da bin ich schon sehr gespannt..

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